Liese Prokop Memorial, St. Pölten/AUT

Nur wenige Tage nach meiner Rückkehr aus Holland stand mit dem Liese Prokop Memorial das erste nationale Highlight dieser noch jungen Freiluftsaison an. Dieses stand wettertechnisch unter einem guten Stern und so fanden wir Athleten perfekte Verhältnisse mit angenehmen Temperaturen und leichtem Rückenwind vor. Optimale Voraussetzungen also um endlich ein gültiges Resultat für die Bestenlisten und etwaige Limits zu erbringen.

Doch es sollte zunächst ganz anders kommen: Im Vorlauf erwischte ich abermals einen perfekten Start, welcher jedoch zurückgeschossen und von den drei Startrichtern als Fehlstart beurteilt wurde. Auch bekam ich keine Verwarnung wie einige Athleten an diesem Tage vor (und nach) mir, sondern erhielt die direkte Disqualifikation. Nach heftigen Protesten meinerseits und meiner Trainer, die per Videobeweis belegen konnten, dass ich lediglich 2/100 Sekunden schneller reagierte als meine Konkurrentinnen, durfte ich unter Vorbehalt den Vorlauf bestreiten.

Unter diesen Umständen war die Zeit von 13,14s außerordentlich, was mir aber leider nichts nutzte, da ich im Nachhinein trotzdem disqualifiziert wurde. Glücklicherweise konnte ich aufgrund des Freiwerdens einer Bahn im B-Finale nochmals außer Wertung an den Start gehen. Trotz dieser emotionalen Achterbahnfahrt gelang mir im zweiten Anlauf eine Leistungssteigerung auf 13,11s bei gültigen Windverhältnissen (0,0 m/s), was nicht nur die schnellste Zeit an diesem Tag war, sondern gleichzeitig auch eine neue persönliche Bestleistung, neuen Salzburger Landesrekord und die Qualifikation für die Europameisterschaften in Amsterdam bedeutete!! Einzig und allein der Tagessieg blieb mir aufgrund der vermeintlichen Disqualifikation verwehrt.

So ging ein turbulenter Wettkampftag mit einer letztlich großen Freude und Erleichterung über meine Leistungen und meine Form zu Ende.